Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka hat am Donnerstag die Tennisbehörden kritisiert und ihnen vorgeworfen, ihre Interessen über das Wohl der Spieler zu stellen, inmitten einer, wie sie es nannte, "wahnsinnigen" Tennissaison. Sabalenka erklärte, sie rechne damit, in diesem Jahr Veranstaltungen auszulassen, um ihre Gesundheit zu schützen, trotz möglicher Sanktionen durch die WTA Tour.
Die Kommentare der belarussischen Spielerin unterstreichen eine wachsende Besorgnis unter Spitzensportlern bezüglich des anspruchsvollen WTA-Tour-Kalenders. Gemäß den WTA-Regeln sind Topspielerinnen verpflichtet, an allen vier Grand-Slam-Turnieren, 10 WTA-1000-Events und sechs WTA-500-Events teilzunehmen. Die Nichterfüllung dieser Anforderungen kann zu Strafen führen, die von Punktabzügen in der Rangliste bis hin zu Geldstrafen reichen.
Im Jahr 2025 nahm Sabalenka nur an drei WTA-500-Events teil – Brisbane, Stuttgart und Berlin –, was zu einem Abzug von Ranglistenpunkten führte. Auch die Weltranglistenzweite Iga Swiatek sah sich mit ähnlichen Strafen konfrontiert, weil sie die Mindestanforderungen für Veranstaltungen nicht erfüllte. Auf die Frage, ob sie ihre Pläne für 2026 ändern würde, sagte Sabalenka gegenüber Reportern: "Der Zeitplan ist wahnsinnig."
Sabalenkas Haltung spiegelt ähnliche Meinungen wider, die in den letzten Jahren von anderen Spielerinnen geäußert wurden. Der immense Druck, an zahlreichen Turnieren teilzunehmen, verbunden mit den physischen Anforderungen des Sports, hat Bedenken hinsichtlich Burnout und möglicher Verletzungen geweckt. Die WTA Tour ist zunehmend in die Kritik geraten, was ihre Terminplanungspolitik und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Spielerinnen betrifft.
Die Debatte über das Wohl der Spielerinnen und die Turnierverpflichtungen ist im Profitennis nicht neu. In der Vergangenheit haben Spielerinnen gelegentlich Veranstaltungen boykottiert oder längere Pausen eingelegt, um ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden zu gewährleisten. In der Vergangenheit sahen sich einige Spielerinnen mit erheblichen Gegenreaktionen konfrontiert, weil sie ihre Gesundheit über Turnierverpflichtungen stellten.
Die WTA Tour hat sich noch nicht direkt zu Sabalenkas Kommentaren geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob die Organisation angesichts der wachsenden Besorgnis der Spielerinnen eine Anpassung ihrer Terminplanungspolitik in Erwägung ziehen wird. Sabalenkas Entscheidung, möglicherweise Veranstaltungen im Jahr 2026 auszulassen, könnte einen Präzedenzfall für andere Topspielerinnen schaffen und möglicherweise die Wettbewerbslandschaft der WTA Tour beeinflussen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die WTA Tour auf diese Bedenken eingeht und ob Änderungen vorgenommen werden, um den Druck auf die Spielerinnen zu verringern.
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